Beitragssätze und Steuer

Sozialversicherungsbeiträge sinken leicht

2019 bringt für die meisten Arbeitnehmer eine Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Diese sinken im Schnitt um 0,55 Prozentpunkte. Bei einem Bruttolohn von 3.000 Euro macht das ein monatliches Plus von 16,50 Euro.

03.01.2019

Wie kommen die niedrigeren Sozialversicherungsbeiträge zusammen?

Steigende Beiträge gibt es nur bei der Pflegeversicherung. Diese werden mehr als kompensiert durch sinkende Beiträge bei der Arbeitslosenversicherung und die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung bei der Krankenversicherung. Unterm Strich sinkt der Arbeitnehmeranteil des gesamten Sozialversicherungsbeitrags 2019 um 0,55 Prozentpunkte auf 19,825 %. Für Kinderlose sind es 0,25 Prozentpunkte mehr, also 20,075 %.

Wie sieht es in den einzelnen Zweigen genau aus?

Bei der Rentenversicherung bleibt der Beitragssatz unverändert bei 18,6 %.

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt um insgesamt 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 %. Ein Teil der Absenkung (0,4 Prozentpunkte) gilt dauerhaft. Befristet bis Ende 2022 gilt die weitere Absenkung um 0,1 Prozentpunkte.

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt um 0,5 Prozentpunkte an. Für Versicherte mit Kind sind es nun 3,05 %. Den Beitrag teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen – außer in Sachsen, dem einzigen Bundesland, wo der Buß- und Bettag noch ein gesetzlicher Feiertag ist. Dort zahlen Arbeitgeber 2019 nur 1,025 Prozentpunkte, während Arbeitnehmer 2,025 Prozentpunkte aufbringen müssen. Für Kinderlose ab 23 Jahren kommt überall – wie bisher – ein Zuschlag von 0,25 Prozentpunkten hinzu, den bundesweit allein die Versicherten (ohne Arbeitgeberbeteiligung) tragen.

Beitragssätze zur Sozialversicherung 2019 (in %)

insgesamt         Arbeitnehmeranteil
Allgemeine Rentenversicherung18,69,3
Arbeitslosenversicherung2,51,25
Krankenversicherung, allgemein14,67,3
durchschnittlicher Zusatzbeitrag0,90,45
Pflegeversicherung3,051,525*

Insgesamt

39,6519,825

Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung      
für Kinderlose

0,250,25

 *In Sachsen gilt ein Arbeitnehmeranteil von 2,025 %

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) liegt der allgemeine Beitragssatz unverändert bei 14,6 %. Davon zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je die Hälfte. Hinzu kommt ein „kassenindividueller Zusatzbeitrag“. Dieser beträgt 2019 voraussichtlich im Schnitt aller Kassen nur noch 0,9 % (vorher: 1,0 %). Neu ist aber vor allem: Arbeitgeber müssen nun wieder die Hälfte des Zusatzbeitrags übernehmen. Für die Beschäftigten bedeutet dies im Schnitt eine Beitragsentlastung um 0,55 Prozentpunkte.

Was ändert sich für "Besserverdienende"?

Nur wenige von ihnen zahlen künftig etwas mehr in die Sozialkassen, weil die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) in allen Versicherungszweigen steigen. So wird etwa die BBG in der allgemeinen Renten- und Arbeitslosenversicherung im Westen um 200 Euro im Monat auf 6.700 Euro erhöht. Die BBG markiert die Einkommensgrenze, bis zu der Beiträge fällig werden. Wer im Westen z.B. monatlich 7.000 Euro verdient, muss von den 300 Euro, um die die Bemessungsgrenze überschritten wird, keine Beiträge in die Sozialkassen abführen. Auch die Leistungen – etwa das Arbeitslosengeld I – werden maximal auf Grundlage dieser Höchstgrenzen berechnet.

Beitragsbemessungsgrenzen 2019 monatlich (jährlich)

WestOst
Allgemeine
Rentenversicherung 

6.700
(80.400)        

6.150
(73.800)

Knappschaftliche
Rentenversicherung

8.200
(98.400)
7.600
(91.200)

Arbeitslosenversicherung  

6.700
(80.400)
6.150
(73.800)
Kranken- und
Pflegeversicherung
4.537,50
(54.450)
4.537,50
(54.450)

   

Ab welchem Einkommen können sich Arbeitnehmer 2019 von der gesetzlichen Krankenversicherung verabschieden?

Die bundeseinheitliche Versicherungspflichtgrenze in der GKV wurde um 112,50 Euro im Monat erhöht. Versicherungspflichtig sind hier jetzt Arbeitnehmer, die 2019 im Schnitt brutto bis zu 5.062,50 Euro pro Monat verdienen. Wer ein höheres Arbeitsentgelt bezieht, ist in der Regel versicherungsfrei und kann sich zwischen einer freiwilligen gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Für diejenigen, die schon Ende 2002 privat versichert waren, liegt die für sie geltende besondere Versicherungspflichtgrenze bei 4.537,50 Euro im Monat. Etliche PKV-Versicherte rutschen durch die Erhöhung dieser Grenzen 2019 wieder in die Versicherungspflicht, dann können und müssen sie sich in aller Regel wieder gesetzlich krankenversichern – was allerdings ab 55 Jahren meist nicht mehr möglich ist.

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